Pressearchiv 2010
Schulreform - Der LEA zum Kompromissvorschlag des Senats
Donnerstag, den 28. Januar 2010 um 13:07 Uhr

Der Senatsvorschlag enthält einige gute Ansätze…

Genau wie für die schwarz-grüne Koalition ist auch für den Landeselternausschuss (LEA) die flächendeckende, verbindliche Umorganisation der Schulen unabdingbar. Alles andere führt aus Sicht des LEA nur zu noch mehr Schwierigkeiten bei der geplanten Umsetzung der verlässlichen Betreuung an Primarschulen, der sogenannte Hortreform.

"Wir begrüßen auch sehr die Einführung einer unabhängigen Expertenkommission, die die Qualität der Primarschulen überwacht", sagt Jörg Gröndahl, Vorstandsmitglied.

… aber auch weniger gute.

Der LEA betrachtet beim Vorschlag des Senats die zeitliche Streckung bei der Einführung der Primarschulen sehr kritisch: Hamburgs Eltern und Kinder brauchen endlich Sicherheit, wie sich ihre Zukunft gestalten wird. Das gilt für die Schulreform genauso wie die daran anschließende Hortreform.

"Wir brauchen keine Parallelsysteme, die nur zu organisatorischen Schwierigkeiten führen und den Unfrieden in die einzelnen Schulen tragen", meint Claudia Wackendorff vom LEA.

 
Schulreform - Der LEA zur Kompromisslosigkeit von "Wir wollen lernen"
Donnerstag, den 28. Januar 2010 um 11:52 Uhr

Unter dem Deckmantel der "wirklich freien Entscheidung" und der "wissenschaftlichen Evaluation" beißt sich die Initiative an einem Standpunkt fest, der zu einer bis zur Unkenntlichkeit zurück geschnittenen Reform führen würde. Die dann eingeführten Parallelsysteme Grundschule/Primarschule führen nicht nur zur Verwirrung und Entscheidungszwängen seitens der Eltern und Kinder und vielen schulorganisatorischen Problemen.

Aus der Schulreform resultiert die so genannte "Hortreform"

Denn Herr Scheuerl sollte seinen Blickwinkel etwas öffnen: Mit der Verschiebung der flächendeckenden Primarschulen rückt auch die Einführung einer flächendeckenden "verlässlichen Betreuung an Primarschulen" (die so genannte "Hortreform") in weitere Ferne. Nun sind es wieder "nur" die Kinder, deren Eltern einen Rechtsanspruch z.B. wegen Berufstätigkeit haben, die einen Hortplatz bekommen können. Und hier ist die Nachfrage deutlich größer als das Angebot.

"Alle Schulkinder - nicht nur die berufstätiger Eltern - müssen endlich Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Nachmittagsbetreuung bekommen", fordert Bodo Heuer, Vorstandsmitglied des LEA.

 
Der LEA empfiehlt: Vorschulkinder an die Kitas!
Dienstag, den 26. Januar 2010 um 13:49 Uhr

In der Pressemitteilung des Senats zur Haushaltskonsolidierung vom 27.11.2009 war im Bereich Kindertagesstätten zu lesen, dass "eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Sozial- und Bildungsbehörde (…) die Schnittstelle am Übergang zwischen Kita und Schule so klären (soll), dass es zukünftig nicht mehr die Doppelung und damit Konkurrenz zwischen Kita- und Vorschulangebot gibt."

Vor diesem Hintergrund empfiehlt der LEA, die Vorschulklassen an den Grundschulen abzuschaffen. Wir kennen keine Studie, die den Vorschulen eine signifikant bessere Bildungsarbeit in Hinsicht auf Schulvorbereitung bescheinigt als den Kitas. Und die Kita hat dabei den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass das Kind den ganzen Tag über feste Bezugspersonen hat. Im System Vorschule/Anschlussbetreuung, auf das berufstätige Eltern angewiesen sind, findet dagegen ein Bruch statt: "Das Kind muss sich im Laufe des Tages auf neue Bezugspersonen und einen neuen Ort einstellen. Abgesehen davon ist eine Anschlussbetreuung nicht immer leicht zu finden und oft stellt der Transfer zwischen beiden Orten ein Problem dar", stellt Jörg Gröndahl (Vorstandsmitglied) fest. Auch sind die Schließungszeiten einer Kita (max. vier Wochen) nicht so umfangreich wie die der (Vor-)Schulen (12 Wochen). Hier bietet "Nur-Kita" nur Vorteile.

Die Entscheidung für die Kitas hätte auch den Reiz, dass in den Schulen sowohl räumliche als auch personelle Kapazitäten frei würden, die für die Einführung der Primarschulen, die Einrichtung von Ganztagsschulen und vor allem für die Einführung der verlässlichen Schulkindbetreuung, die so genannte Hortreform, genutzt werden könnten. So könnten z.B. einige Raumprobleme kostengünstig gelöst werden.

Aus unserer Sicht ist es aber unbedingt nötig, dass alle Kita-Träger Sicherung von Mindeststandards in allen Kitas treffen. Der LEA ist sich darüber einig, dass eine flächendeckend gute Qualität nötig ist, damit alle Kinder bei der Einschulung den Anforderungen der Schule gewachsen sind. Die Bildungsangebote aller Kitas müssen weiterentwickelt werden, um die 5- bis 6-jährigen ihrem Entwicklungsstand und ihrer Neugier entsprechend fördern zu können.

In diesem Zusammenhang kritisiert der LEA, dass die im Koalitionsvertrag geplante umfangreiche Kita-Inspektion aus Kostengründen komplett zurückgefahren wurde. Seitens der Kita-Träger wurde der Vorschlag für ein relativ einfaches, einheitliches Qualitätssicherungsverfahren gemacht, das auf Initiative des LEA um eine Elternbeteiligung ergänzt wurde. Nicht einmal diese "reduzierte Variante" wurde von der BSG aufgegriffen und zur Umsetzung gebracht.

Unabhängig davon, wo die o.g. Arbeitsgruppe der BSG/BSB die Vorschüler ansiedeln wird, muss der Übergang Kita/Schule zweifellos verbessert werden. Eine engere Zusammenarbeit von Kita und Schule muss gegeben sein. "Im Fordergrund steht das Kind, nicht das Bildungssystem oder die Behördenzugehörigkeit!", meint Claudia Wackendorff (Pressesprecherin) "Bei der Feststellung der Schulfähigkeit müssen alle Parteien: Kita, Schule und Eltern mit einbezogen werden. Gäbe es mehrere Einschulungstermine im Jahr, könnten die Bildungsstände der Kinder auch angemessen berücksichtigt werden. Damit wäre auch das "Kann-Kind-Problem" entschärft".

LEA Hamburg

 
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