| Abmeldungen von der Kita sind Realität |
| Mittwoch, den 02. Juni 2010 um 11:36 Uhr |
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In der öffentlichen Anhörung des Familien-, Kinder- und Jugendauschusses vom 25.05.2010 war von Seiten der Regierungsfraktionen zu hören, keiner wolle, dass Kinder vom Hort abgemeldet würden. Diese doch begrüßenswerte Absicht geht leider völlig an der Realität vorbei. Der Landeselternausschuss hat Hamburgs Kitas um Rückmeldungen zu definitiven Abmeldungen und Stundenreduzierungen gebeten. Bisher sind zwar erst 51 Kitas dieser Bitte nachgekommen, aber von diesen melden 37 Kitas 54 Fälle, in denen die Betreuungszeit reduziert wurde und 118 komplette Abmeldungen von der Kita oder vom Hort. Und diese Abmeldungen vom Hort betreffen nicht nur die "großen" Kinder, sondern durchaus in der Breite auch Erst- bis Drittklässler. Nach Aussage der Kitas sind darunter viele Geringverdiener-Familien. Mit Änderung der Beiträge Ende August 2010 erwarten sie weitere Abmeldungen. Auch Elementar- und Krippenkinder werden abgemeldet und viele Eltern geben an, auf die günstigere Tagespflege ausweichen zu wollen. Viele Eltern seien auch noch im Gespräch mit ihren Arbeitgebern, inwieweit sie ihr Arbeitszeitmodell ändern können, um unabhängiger von der Kita zu werden. Es gibt auch Absichtserklärungen von Eltern einer Kita, nur noch einen Fünf-Stunden-Gutschein zu beantragen und für den restlichen Bedarf gemeinsam eine oder zwei Tagesmütter zu verpflichten. Dies ginge zu Lasten der Kitas und der vom Senat geplante Ausbau der Tagespflege käme voran, die Nachfrage wird ja offensichtlich steigen. "Damit haben wir genau das, was wir befürchtet haben", meint Claudia Wackendorff vom LEA. "Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerät hier zur Farce. Eltern müssen sich verbiegen, um beides realisieren zu können. Und man sieht: Gebühren sind und bleiben Zugangsbarrieren. Eltern entscheiden sich jetzt zugunsten kostengünstigerer Alternativen gegen den Bildungsort Kita." Auch Jan Gebert, Gründer der Facebookgruppe "Gegen die geplante Erhöhung der Kita-Gebühren" bedauert das: "In der Tat sehr schade - aber auch wir haben unsere Kinder abgemeldet." Auch er zieht jetzt die günstigere Tagespflege vor. Gehen die Abmeldungen so weiter, kann es vom Senat ja auch so ausgelegt werden, dass es gar keinen realen Bedarf für einen weiteren Kita-Ausbau gäbe. Das wirkt sich natürlich auch sehr günstig für den Kita-Etat aus, geht aber völlig an der Realität Hamburger Familien vorbei. Diese Kinder, von deren Abmeldungen oder Vertragsänderungen der LEA erfahren hat, mögen zwar prozentual zu allen Kindern im Kita-Gutscheinsystem noch eine Minderheit sein. Aber bei welchen Zahlengrößen fängt das Unrecht an? Der LEA vertritt den Standpunkt, dass jedes Kind ein Recht auf Bildung und die damit verbundene Chancengleichheit für seine Zukunft hat. Diese Rechte werden hier kolossal beschnitten. Wir unterstützen den Verband SOAL in seiner Forderung vom 26.05.2010: "Hamburg braucht nicht seitenlange politische Erklärungen, warum gespart werden muss, sondern das bedingungslose Bekenntnis zur Kindertagesstätte als erstem Bildungsort – denn Bildung ist mehr als Lernen." |
| LEA-Sitzung 22.05.2013 19:00 - 22:00 Uhr |
| BEA Altona-Sitzung 23.05.2013 19:30 - 22:00 Uhr |
| BEA Eimsbüttel-Sitzung 23.05.2013 19:30 - 22:00 Uhr |
| BEA Mitte-Sitzung 29.05.2013 19:30 - 21:30 Uhr |