Pressearchiv 2007
Stellungnahme des LEA zur Drucksache 18/7433 der Bürgerschaft (Auswirkungen der Einführung eines Verpflegungsanteils von 13 € pro Kind für das Mittagessen in Hamburger KITAs)
Freitag, den 07. Dezember 2007 um 23:59 Uhr
Der Senat flüchtet sich in Formalien. So sei ein Wechsel von einer vier- oder fünfstündigen Betreuung mit Mittagessen auf eine Betreuung ohne Mittagessen keine Abmeldung vom Essen. Außerdem sei ein Essensgeld keine Gebühr.  
 
Auch die genannte Zahl der betreuten Kinder im Elementarbereich, die das Angebot fünf Stunden mit Mittagessen wählen, 2.436 im Jahr 2005 und 3.129 im Jahr 2006, eine Steigerung von 28,4%, ist isoliert betrachtet nicht aussagekräftig. Der seit 2002 anhaltende Trend zur Reduzierung der Betreuungszeiten von sechs bis zwölf Stunden auf vier oder fünf Stunden führt automatisch zu einer Erhöhung dieser Zahl, ohne dass auch nur ein Kind mehr ein warmes Essen bekommt. Tatsächlich wählen ein Drittel der Eltern bei einer fünfstündigen Betreuung in Stadtteilen mit sozialen Problemlagen die Variante ohne Mittagessen.  
 
Das Kernproblem des Verpflegungsanteils ist, dass anders als beim einkommensabhängigen Elternbeitrag pauschal 13 € pro Kind erhoben werden. Dies bedeutet für einkommensschwache Familien, die bisher einen Elternbeitrag zwischen 15 und 31 Euro zahlen, eine überproportionale Steigerung von bis zu 86 Prozent.  
 
Der LEA Hamburg fordert deshalb, als notwendigen ersten Schritt, auch den Verpflegungsanteil von 13 € pro Kind umgehend der Härtefall- und Geschwisterregelung zu unterwerfen, um einkommensschwache und kinderreiche Familien zu entlasten.
 
LEA-Pressemitteilung zur Benennung der Eltern-Kind-Zentren
Mittwoch, den 28. März 2007 um 23:59 Uhr
LEA empfiehlt: “Kindern in Eltern-Kind-Zentren kurzfristig und unbürokratisch Kita-Gutscheine anbieten”  
 
Der Landes-Elternausschuss Kindertagesbetreuung LEA begrüßt grundsätzlich die Einrichtung der Eltern-Kind-Zentren an 20 (und hoffentlich demnächst mehr) Standorten und gratuliert den betreffenden Kitas zur erfolgreichen Bewerbung.  
 
Diese Kitas übernehmen eine wichtige und sensible Aufgabe in Hamburgs benachteiligten Stadtteilen: Sie sollen bislang isolierte Kleinkinder und deren Familien über eine spezielle, für jeden Standort neu zu entwickelnde Angebotspalette wieder in soziale Strukturen einbinden. Dies ist ein hoch gestecktes Ziel und die Mitarbeiter der Eltern-Kind-Zentren benötigen dafür ohne Zweifel eine gewisse Streetworker-Mentalität.  
 
Allerdings kann diese Maßnahme nicht darüber hinwegtäuschen, dass den betroffenen Stadtteilen durch die Senatspolitik der letzten Jahre massiv Kita-Gutscheine genommen oder diese zeitlich reduziert wurden. Gerade Kinder von arbeitslosen Eltern waren und sind von dieser Umsteuerung betroffen und wurden damit von guten Betreuungsangeboten abgeschnitten.  
 
Der LEA fordert daher für die benachteiligten Stadtteile einen erleichterten Zugang zu Kita-Gutscheinen. Auch dort haben Kinder ein Recht auf gute frühkindliche Bildung, zumal wenn die betreffenden Elternhäuser dies nicht leisten können. “Diejenigen Kinder, die ab jetzt in den neuen Eltern-Kind-Zentren erste Betreuungsangebote ‘light’ in Anspruch nehmen, sollen kurzfristig und unbürokratisch einen Kita-Gutschein angeboten bekommen”.
 


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