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LEA und Elternkammer legen gemeinsame Forderungen für GBS-Notfallpaket vor

„Nun müssen den Worten Taten folgen“

Bei einem Treffen mit Hamburgs Schulsenator Ties Rabe haben der Landeselternausschuss für Kindertagesbetreuung (LEA) und die Elternkammer Hamburg (EKH) ihre Forderungen für ein GBS-Notfall-Paket vorgelegt. Das Treffen war zu Stande gekommen, nachdem der LEA Mitte März auf die großen Schwierigkeiten bei der Einführung von GBS (Ganztägige Betreuung und Bildung an Schulen) hingewiesen hatte. An dem Gespräch nahm auch ein Vertreter der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie & Integration (BASFI) statt.

„Wir begrüßen die Gesprächsbereitschaft des Senators und sein Angebot, von nun an vierteljährlich mit den Elternvertretern zu sprechen,“ sagt Jörg Gröndahl, GBS-Experte im Landeselternausschuss. „Das GBS-Notfallpaket kann nur helfen, die akuten Probleme bei der GBS-Einführung zu mildern. Über grundsätzliche Schwierigkeiten, auf die der LEA und die Elternkammer vielfach hingewiesen hatte, müssen wir weiter im Gespräch bleiben.“

Gröndahl begrüßt die Ankündigung des Senators, an GBS-Standorten dieselbe Betreuungsqualität zu bieten, wie bisher durch Horte gewährleistet wurde. „Über diese Klarstellung sind wir froh,“ so Gröndahl. Um dieses Ziel zu erreichen, müsse die Schulbehörde jedoch in vielen Bereichen nachlegen.
„Dass der Senator die Probleme bei der GBS-Einführung gegenüber den Elternvertretern nun zur „Chefsache“ erklärt hat, ist ein wichtiges und richtiges Signal“, so Gerrit Petrich, Vorstandsmitglied der Elternkammer und Vorsitzender des Grundschulausschusses. „Er wird sich daran messen lassen müssen“.

Schulsenator Rabe hatte in dem Gespräch auch angekündigt, das Versprechen der Schulbehörde pragmatisch umzusetzen, nach dem keine Familie mehr Gebühren für GBS zahlen muss, als bisher im Hort anfielen. „Es ist gut, dass die Behörde prüfen will, die Rückzahlung höherer GBS-Gebühren nicht erst nach einem Jahr vorzunehmen, sondern in kürzeren Zeiträumen“, erklärt Gröndahl. Außerdem hat die Behörde zugesagt, Einzelfälle im Interesse der Eltern zu prüfen, die nicht zunächst höhere Gebühren zahlen können. Das bisherige Verfahren sah vor, dass Eltern Gebühren erst nach einem Jahr erstattet bekommen, wenn sie in GBS höher als im bisherigen Hort-System ausfallen. LEA und Elternkammer halten es für problematisch, dass Eltern zunächst „überbezahlen“ sollen.

Im Einzelnen haben der LEA und die Elternkammer bei dem Spitzengespräch folgende Forderungen erhoben:

1. Beschleunigung des Kantinen- und Raumausbau

Der LEA verlangt, die Mittel insbesondere für den Kantinenneu- oder -ausbau schneller zur Verfügung zu stellen. Es reicht nicht aus, an manchen Standorten erst im kommenden Jahr oder später Räume für das Mittagessen zu schaffen. Zudem sind viele Kantinen zu klein bemessen, es fehlt der Platz für Lehrer und Erzieher, die am Mittagessen teilnehmen. Auch Ruhe- Bewegungs- und Kursräume, die bei weitem nicht an allen Standorten ausreichend existieren, sollten schneller (aus- und um-) gebaut werden. Den Standorten müssen Architekten zur Seite gestellt werden, um Räume optimal und zum Wohle der Kinder auszunutzen. Kantinen sind zukunftssicher zu planen, damit sie bei Bedarf auch später noch problemlos von Aufwärm- in Zubereitungs- bzw. Produktionsküchen umgewandelt werden können.

2. Geld und Personal für die Information über GBS

Viele Eltern und auch Lehrer sind noch immer ratlos und schlecht informiert. Die BSB muss mit geänderter Informationskultur (Informationen nicht nur von oben nach unten durchreichen) und zusätzlichem Geld den Informationsstand aller Beteiligten verbessern.  LEA und Elternkammer fordern ein Informations- und Beschwerdemanagement, das spätestens am 1. Juni 2013 - unabhängig von Ferienzeiten - Elternanfragen aufnimmt und schnell bearbeitet und beantwortet. Zudem soll das SIZ mit zusätzlichem Personal dafür gestärkt werden. Der Einsatz der Formularlotsen soll verlängert sowie eine “Task-Force” in der BSB gegründet werden, die Informationsdefizite ausmacht und aktiv dagegen vorgeht (indem sie beispielsweise weitere Elternabende an Schulen anregt und hier über GBS informiert, verständliche Faltblätter erstellt, öffentlich in Zeitungsartikeln auf die GBS-Beratung des SIZ hinweist etc.). Es muss ein ,Papier‘ geben, in dem alle Informationen zu GBS transparent und verständlich aufgeführt sind und aus dem heraus dann alle relevanten Informationen für alle jeweils beteiligten Gruppen extrahiert werden können.
Insbesondere für die im nächsten Schuljahr startenden Ganztagsschulen (zum Schuljahr 2013/14 führen ca. 70 weitere Grundschulen ein Ganztagsangebot ein) müssen mehr Ansprechpartner in der Behörde benannt werden, die die Anlaufphase aktiv begleiten und mit den Akteuren vor Ort offene Fragen und Probleme angehen. Zur Zeit muss an vielen Standorten „das Rad neu erfunden“ werden, da die Schulen bei der Angebotskonzipierung zu sehr auf sich gestellt sind.
Die Elternkammer schlägt vor, dass ein fester behördlicher Ansprechpartner nicht mehr als 10 Schulen betreut, um ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Vernetzung und schneller Reaktionsfähigkeit zu erreichen.

3. Starthilfe für GBS -Standorte

Für ein Ganztagskonzept müssen bestimmte Mindeststandards definiert werden, welche im Rahmen einer Qualitätssicherung anzuwenden sind. Diese Standards müssen für GBS- und GTS-Standorte (GTS = Ganztag in schulischer Verantwortung) gleichermaßen vorliegen.
An fast allen Standorten mussten Eltern ihre Kinder bereits für GBS anmelden, ohne zu wissen, was die Kinder im neuen Betreuungssystem erwartet, da noch keine Konzepte zum Zeitpunkt der Anmeldung vorlagen. Hier wird mit der “heißen Nadel” gestrickt und GBS entwickelt, während es eingeführt wird. Der LEA verlangt befristet für die Schuljahre 2013/14 und 2014/15 eine Verdopplung der Mittel, die den Standorten (Trägern und Schulen) für Übergabegespräche, Konzeptentwicklung etc. zur Verfügung stehen. Für die Konzeptentwicklung ist außerdem die Bezahlung insbesondere kleinerer Träger vor Betreuungsbeginn unerlässlich, da das (pädagogische) Konzept ja auch vorher idealerweise zusammen mit dem Träger erstellt werden muss.
Die Elternkammer bemängelt, dass die Behörde keine Mindestqualitätsstandards veröffentlicht, mit denen die pädagogischen Konzepte und die Raumkonzepte der GBS-Standorte verglichen werden können. Sie bezweifelt, dass die versprochene „Hortqualität“ ohne Referenzrahmen an allen Standorten erreicht werden kann.

4. Zusätzliche Mittel für Inklusion
Die Mittel sind gegenüber den Inklusionsgeldern für Horte pro Kind halbiert worden. Sie müssen wieder aufgestockt werden, um Inklusion zu ermöglichen und GBS nicht von Beginn an für Kinder mit besonderem Förderbedarf zu erschweren. Dies gilt insbesondere, da sich die Zusammensetzung der Gruppen gegenüber den bisherigen Horten verändert hat.

5. Getränke und Verpflegung für Früh-, Spät- und Ferienbetreuung

Für Rand- und Ferienzeiten stehen den Trägern keine Mittel für die Verpflegung der betreuten Kinder zur Verfügung. Der LEA fordert, zusätzliches Geld insbesondere für Zwischenmahlzeiten bereitzustellen. Im Sinne des Kindeswohls muss hier dringend nachgesteuert werden. Die Elternkammer weist auf das Programm „TrinkWasser macht Schule“ (www.hamburgwasser.de/trinkwasser_macht_schule.html) hin. Dieses Programm ermöglicht den Schulen mit Mittagsverpflegung an ihren Standorten Trinkwasserspender aufzustellen. Dieses Programm sollte ein fester Bestandteil der Ganztagseinführung sein.

6. Evaluation
LEA und Elternkammer fordern eine umfassende und unabhängige wissenschaftliche Begleitung der Einführung von GBS, die die Evaluation der neuen Form der Kindertagesbetreuung ermöglicht. Hierbei müssen auch die Nicht-Teilnehmer an GBS berücksichtigt werden, um ihre Gründe für die Nicht-Teilnahme zu erfahren. Eine Steuerungsgruppe aus Trägern, Schulen, Eltern und Behörden soll die Evaluation begleiten. Die Ergebnisse werden für die Umsetzung weiterer Verbesserungen genutzt und veröffentlicht.

7. Frequenzausgleich

Bei kleineren GBS-Gruppen zahlt die BSB einen Frequenzausgleich, nicht jedoch bei Gruppen mit mehr als 23 Kindern. Der LEA fordern – auch mit Blick auf den ohnehin schlechten Personalschlüssel bei GBS – einen Frequenzausgleich auch für größere Gruppen, um zusätzliche Erzieher zu finanzieren. Für Träger in einer GTS Kooperation muss anstelle der Pauschale ebenfalls der Frequenzausgleich angewendet werden.

8. Teilhabe sozial benachteiligter Kinder

LEA und Elternkammer fordern, dass Kinder aus sozial schwachen Familien ("BuT-Kinder") aus sozialpädagogischen Gründen auch die Rand- und Ferienzeiten in Anspruch können, ohne dass ihre Eltern finanziell dafür aufkommen müssen. Die dafür notwendigen Mittel sind im nicht voll ausgeschöpften BuT-Paket des Bundes vorhanden.

9. Finanzierung GTS

Die Finanzierung von Ganztagsschulen nach Rahmenkonzept, insbesondere von offenen GTS, die mit einem Dienstleister kooperieren (und die Kooperation nachweisen können), also wie bei GBS zusammen arbeiten, muß auch wie bei GBS erfolgen (insbesondere für Kooperationspauschalen etc.)

10. Fehlende Elternmitwirkung

Die Elternkammer fordert eine Schulgesetzanpassung, mit der sichergestellt wird, dass die Elternvertretung der an der offenen Ganztagsschule teilnehmenden Kinder in den schulischen Gremien möglich ist. Nach der aktuellen Rechtslage müssten sich Eltern für ihr Kind an einer Ganztagsschule in zwei verschiedenen Gremien für Vor- und Nachmittag engagieren.

 
Nach versuchter Kita-Schließung: Kita-Aufsicht nur „ein zahnloser Tiger“? - Hamburg braucht schnell verlässliche Instrumente, um Kita-Kinder zu schützen

Der Landeselternausschuss für Kindertagesbetreuung (LEA) fordert den Senat auf, schnell neue und verlässliche Definitionen und Verfahren entwickeln, um Kinder in Hamburger Kitas zu schützen. Hintergrund ist der Versuch der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI), einer Kindertagesstätte die Betriebserlaubnis zu entziehen. Die Kernfrage,  die sich aus dem gesamten Verfahrensgang ergibt ist, wann eine konkrete Kindeswohlgefährdung in einer Kita vorliegt. Das Oberverwaltungsgericht Hamburg hatte dem Antrag der Kita auf Aussetzung der Vollziehung stattgegeben und darauf verwiesen, dass keine „konkrete Kindswohlgefährdung“ wegen hoher Personalfluktuation vorliege.

„Die Behörde steht Problem-Kitas machtlos gegenüber, wenn kurzfristig keine verlässlichen Maßnahmenkataloge und Definitionen erarbeitet werden“ kritisiert LEA-Vorstandsmitglied Björn Staschen. „Die Kita-Aufsicht ist derzeit kaum mehr als ein zahnloser Tiger. Wenn eine über längere Zeit dokumentierte hohe Personalfluktuation nicht ausreicht, um einer Kita die Betriebserlaubnis zu entziehen, und wenn die Behörde nicht mit zusätzlichen Auflagen zum Wohle der Kinder effektiv reagieren kann, müssen Hamburgs Eltern um das Wohl ihrer Kinder fürchten.“ Der ständige Wechsel der Bezugsperson belastet Kita-Kinder nach Auffassung des LEA massiv.

„Schon bisher waren wir der Auffassung, dass die Hamburger Kita-Aufsicht eher zu zögerlich tätig wurde,“ so Staschen. Zuletzt war 2007 eine Kita wegen Kindswohlgefährdung geschlossen worden. Vor diesem Hintergrund erkennt der LEA die Bemühungen der BASFI im konkreten Fall ausdrücklich an.

Der LEA fordert die BASFI auf, schnellstmöglich ein verlässliches Instrumentarium zu entwickeln, um die Aufgabe der Kita-Aufsicht auch zu erfüllen. „Die Behörde weiß nun seit drei Monaten, dass im konkreten Fall der Entzug der KITA Betriebserlaubnis keinen Bestand haben würde,“ kritisiert LEA-Vorstand Angelika Bock. „Aber noch immer ist die BASFI in internen Abstimmungen darüber, was sie tun möchte. Das dauert viel zu lange, denn es geht um das Wohl unserer Kinder.“

 
Massive Fehler und Versäumnisse bei der GBS-Einführung – Große Unsicherheit bei vielen Eltern – LEA fordert Notfallpaket – Senator Rabe muss GBS zur Chefsache machen!

Der Landeselternausschuss Kindertagesbetreuung (LEA) Hamburg wirft dem Senat massive Fehler und Versäumnisse bei der Einführung der Ganztägigen Betreuung und Bildung an Schulen (GBS) vor. „Fünf Monate vor Schulbeginn an vielen neuen GBS-Standorten sind unzählige Fragen offen. Die Bildungsbehörde lässt Schüler und Eltern im Regen stehen,“ kritisiert Jörg Gröndahl, GBSExperte im Vorstand des Landeselternausschuss. „Der schulische Ganztag wird in einem derartigen Tempo eingeführt, dass die Qualität auf der Strecke bleibt.“

Der LEA fordert Schulsenator Rabe daher auf, das GBS-Thema zur Chefsache zu machen. „Es scheint bisher, als habe der Senator das Thema GBS bereits als erledigt abgehakt. Wir brauchen verlässliche Informationen für Eltern und Schüler sowie ein GBS-Notfallpaket, das mit zusätzlichen Mitteln und zusätzlichem Personaleinsatz die schlimmsten Probleme abfedert“, so Gröndahl. Der LEA hatte immer vor der überstürzten Einführung von GBS gewarnt und vor einem Jahr auch eine große Stellungsnahme zu GBS veröffentlicht. „Passiert ist seitdem viel zu wenig“, mahnt Gröndahl, „unsere Befürchtungen drohen, zur Realität zu werden.“ Der LEA regt daher einen Runden Tisch mit Schulsenator Rabe an.

Wenige Tage vor Ende des Anmeldeschlusses an vielen neuen GBS-Standorten kritisiert der LEA insbesondere die Informationspolitik der Behörde. „Vertreter ein und derselben Behörde widersprechen sich in wichtigen Fragen. Zudem werden Informationen verschwiegen, die für Eltern und Schüler wichtig sind,“ kritisiert LEA-Vorstandsmitglied Lili Gries. Beispielsweise würden Eltern in dem Glauben gelassen, sie könnten ihre Kinder bei GBS-Teilnahme nur um 16 Uhr von den Schulen abholen. „Richtig ist dagegen, dass dies auch nach dem Mittagessen oder um 15 Uhr möglich ist.“

Zudem wird verbreitet, dass Betreuung und Mittagessen nur gemeinsam gebucht werden könnten. Dabei gibt es seit der Einführung des Konzepts der „Nur-Esser“ durch den Senator sehr wohl die Möglichkeit, dass ein Kind nur am Essen teilnimmt und dann abgeholt wird. Die Träger der GBSBetreuung erhalten für diese „Nur-Esser“ jedoch kein Geld für die Betreuung. Diese Kinder werden somit nur halbherzig am GBS-Mittagstisch akzeptiert, kritisiert der LEA – für Kinder wie Erzieher eine unzumutbare Situation.

Die Informationspolitik sei mangelhaft, so Christian Martens, der das Hamburger GBSVernetzungstreffen organisiert. Er berichtet von vielen Nachfragen empörter Eltern: „Es gibt an vielen Standorten zahlreiche Einzelthemen, bei denen Eltern aufschreien.“ Eltern und Schüler seien häufig verunsichert: „Die meisten Eltern realisieren erst bei GBS-Einführung an der Schule ihrer Kinder, welche Auswirkungen der schulische Ganztag wirklich hat.“

Eltern müssten derzeit Nachmittagsangebote und Ferienbetreuung buchen, ohne zu wissen, was an ihrer Schule im Einzelnen angeboten werde. „Hier wird deutlich, dass an vielen Standorten GBSKonzepte nicht existieren oder mit der heißen Nadel gestrickt wurden – zu Lasten der betreuten Kinder,“ kritisiert Jörg Gröndahl. „Es bringt eben nicht nur Vorteile, wenn der größte Teil der über 200 Hamburger Grundschulen das Ganztagskonzept für sich allein erfinden muss.“

Große Probleme gebe es beispielsweise beim Mittagessen: „Immer noch fehlen Kantinen. An den meisten GBS-Standorten kann von Essenskultur keine Rede sein. Da werden Kinder im Viertelstundentakt durch die Essensausgabe geschleust,“ kritisiert der LEA. Die Stadt verfolge die Einrichtung von Zubereitungsküchen viel zu zögerlich. „Unsere Kinder werden an industrielles, aufgewärmtes Essen gewöhnt, statt zu lernen, wie wertvoll unsere Nahrungsmittel sind und wie sie nachhaltig zubereitet werden,“ so der LEA. In Zeiten haarsträubender Lebensmittelskandale in Serie sei das verantwortungslos.

Insbesondere für Vorschulkinder bleibe die Betreuung weit hinter den Standards in Kitas zurück: „Wir halten die Betreuungsschlüssel in Kitas von 12 Elementar-Kindern pro Erzieher schon für unzureichend,“ so LEA-Vorstand Björn Staschen. „Bei GBS werden gleich alte Kinder in Gruppen von bis zu 23 Schülern von nur einem Erzieher betreut. Das finden wir besorgniserregend,“ so Staschen. Hinzu kommen Probleme, die der LEA mit Blick auf die geforderte Inklusion an Schulen erwartet. Auch hier gebe es nicht ausreichend Personal.

Zudem sei offen, ob es manchen GBS-Trägern überhaupt gelinge, bis zum Sommer ausreichend Fachkräfte zu gewinnen. Die Arbeitsbedingungen für GBS-Erzieher seien schlechter als in Kitas oder Horten. „Wir fürchten, dass insbesondere unerfahrene Träger vor diesem Hintergrund auch Kräfte einstellen, deren Qualifikationen und Erfahrungen in der Kinderbetreuung mindestens fraglich sind.“ Bei der Essensausgabe in den Kantinen seien die Personalanforderungen zudem minimal: „Hier werden ohne besondere Qualifikation oder Prüfung Menschen im geschützten Raum Schule beschäftigt,“ kritisiert Staschen.

An vielen GBS-Standorten fehlten Rückzugsräume sowie der Platz zum Spielen und Toben. Die Sicherheits-Standards an vielen Schulen lägen zudem deutlich unter den Anforderungen an Kitas, was insbesondere für Vorschulkinder problematisch sei.

Der LEA empfiehlt, dass sich die Eltern bei der Einführung und Durchführung des Ganztags mit Ideen und Kritik einbringen, um GBS für ihre Kinder erfolgreich zu gestalten. Der Erfolg von GBS hänge vom Engagement der Lehrer, Erzieher und Eltern ab, so Christian Martens vom GBSVernetzungstreffen. Allerdings könne der Eltern-Einsatz mangelnde Ressourcen nicht aufwiegen. „Und der GBS-Erfolg darf nicht allein vom Eltern-Einsatz abhängen,“ so der LEA.

Vor dem Hintergrund dieser massiven Probleme hält der LEA die Auflösung der Behörden-Projektgruppe „Ganztag“ für besonders befremdlich. Erstaunlich findet der LEA zudem, dass Referenten aus der Bildungsbehörde kaum für Informationsveranstaltungen an Schulen oder Diskussionsveranstaltungen mit Fachpublikum zur Verfügung stehen.

 


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